Der durstige Fisch im Meer (oder) Nichts ist so leicht wie Glücklichsein
2010/08/26 18:57
Pressemeldung von:
Geistige Erneuerungsbewegung SRM Deutschland e.V.
| Maharishi Mahesh Yogi, der Begründer des Globalen Landes des Weltfriedens, gründete vor 50 Jahren die deutsche Meditationsbewegung |
Der durstige Fisch im Wasser
(oder) Nichts ist so leicht wie Glücklichsein
Vortrag von MAHARISHI MAHESH YOGI
gehalten am 22. März 1961 auf der Deutschen Tagung des Ersten Weltkongresses der S. R.M. — Geistigen Erneuerungsbewegung in Bonn am Rhein.
.Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in Euch"
(Lucas 17,21)
Wenn wir in der Vergangenheit gelitten haben — laßt es uns vergessen. Laßt uns die Gegenwart nicht durch die Vergangenheit erschlagen. Die Meditation sichert uns Frieden und Glück in der Gegenwart und in der Zukunft, für alle Zeiten.
Solange wir nicht mit der Quelle allen Friedens verbunden sind, müssen wir leiden. Die Meditation jedoch verbindet uns bewußt mit der Quelle der Glückseligkeit. Die Veden lehren: Glückseligkeit bin ich und Glückseligkeit bist du. In der Bibel heißt es: Das Königreich des Himmels ist inwendig in euch. Nach diesen alten Lehren scheint es keinen Grund für das Leiden zu geben. Ein Millionär braucht nicht Armut zu leiden. Er wird geboren, um zu genießen. Der Sohn des Allmächtigen, Gnadenreichen Vaters wird geboren, um sich zu erfreuen, nicht um zu leiden. Der gesunde Menschenverstand weigert sich anzunehmen, daß die Menschen geboren werden, um zu leiden.
Wenn ein Fisch in einem See durstig ist, so muß er trinken. Er hat dazu keine Vorbereitung nötig, er braucht keinen Unterricht — er muß nur sein Maul aufmachen. Wenn der Fisch sein Maul nicht öffnet, dann muß man ihm nur einfach sagen, daß er es aufmachen soll.
Die GEISTIGE ERNEUERUNGSBEWEGUNG wurde gegründet, um den Menschen mitzuteilen, wie sie es anfangen sollen, den Nektar der Seele zu trinken. Es ist dabei nicht notwendig, die Ursache des Leidens zu beseitigen, sondern man muß nur anfangen, sich zu freuen.
Wenn Ihr Licht in einen dunklen Raum bringen wollt, so versucht nicht, zuerst die Dunkelheit herauszuschaffen, sondern bringt Licht hinein. Es ist nicht so, daß es nicht licht drinnen wäre, weil die Dunkelheit da ist, sondern vielmehr weil das Licht fehlt.
Die Meditation ist eine Technik, die es dem Menschen möglich macht, zu genießen. Wenn die indische Philosophie Recht hat und die Behauptung des Yoga und Vedanta richtig ist, dann sollte es keinerlei Zeit kosten, mit dem Genießen anzufangen, dann sollte man sich unmittelbar an der Glückseligkeit, die allgegenwärtig ist, erfreuen können. Wenn es lange Zeit brauchte, um das Allgegenwärtige zu erfahren — an was sollte man dann Freude finden? Freude zu erleben ist einfacher als eine Blume anzuschauen. Zwischen Auge und Blume können hundert Vorhänge sein. Aber um die Herrlichkeit des Allgegenwärtigen zu genießen — da gibt es keine Entfernung zwischen der Freude und dem, der sich freut.
Die Bhagavad Gita sagt: Kein Hindernis, kein Vorhang, keine Entfernung ist zwischen dem Allgegenwärtigen und der Glückesligkeit Du hast die Natur des Allgegenwärtigen, Glückseligen Göttlichen innen, außen, rechts und links, vor Dir und hinter Dir, allüberall — fange nur an, Dich daran zu erfreuen.
Sollte das nicht jedermann können, so bietet die GEISTIGE ERNEUERUNGSBEWEGUNG eine Technik, um die Freude zu erleben. Wenn sich ein Schatz in unserem Hause befindet und wir uns arm fühlen, so brauchen wir nur zu dem Schatz hinzugehen und die Hände mit Gold zu füllen. In dieser Weise ist die Meditation ein Weg, der uns zu der Quelle von Kraft und Glückseligkeit führt, indem unsere Aufmerksamkeit zu jenem Bereich gelenkt wird, wo Friede und Kraft ohne Grenzen sind.
Auch in den Ländern des Westens gibt es eine „Kommunion" in der Stille, eine Vereinigung in der Stille. Die Technik, die von der GEISTIGEN ERNEUERUNGSBEWEGUNG gelehrt wird, führt zu einer erfolgreichen Vereinigung. Genau so, wie schon der erste Sonnenstrahl ausreicht, um die Dunkelheit der Nacht zu vertreiben, so genügt auch schon ein verstohlener Blick ins „Königreich des Himmels in uns", um unser Leiden zu überwinden. Die Meditation führt zu einer Vereinigung mit Gott, zu einer Verwirklichung Got tes. Dies ist nichts Neues.
Neu aber ist, daß die GEISTIGE ERNEUERUNGSBEWEGUNG erklärt, daß es für jedermann l e i c h t sei, sich zu freuen. Überall wird behauptet, es sei schwierig, ins Himmelreich einzugehen. Im Gegensatz zu dieser tief eingewurzelten Vorstellung erklärt die GEISTIGE ERNEUERUNGSBEWEGUNG: es ist l e i c h t.
Der Leitgedanke ist dabei einfach: ES KANN NUR LEICHT SEIN, weil die Natur des Göttlichen Glückseligkeit ist und weil der Geist von sich aus, spontan, zu dem Bereich größeren Glücks geht.
Es besteht keine Entfernung zwischen Geist und Wirklichkeit, weil die Wirklichkeit allgegenwärtig ist, weil die Wirklichkeit voller Glückseligkeit ist. Diese Allgegenwart und Glückseligkeit will der Geist genießen. Es ist natürlich, daß der Geist sich erfreuen will. Das ist eine ganz natürliche Sache. Deshalb kann der gesunde Menschenverstand auch nicht annehmen, daß es schwer sein soll.
Wer ist dafür verantwortlich, daß die Vorstellung aufkam, es sei schwierig, das Ziel der Meditation zu erreichen? Niemand ist dafür verantwortlich. Die Z e i t ist dafür verantwortlich. In langen Zeiträumen wird der Erlösungsweg für alle Menschen vorbereitet. Dann wird er verwischt, verschwommen und mehr und mehr verfälscht, bis er wieder erneuert wird. Wo Verwirrung vorherrscht, versucht die Natur auszugleichen. Ein Krishna, Buddha, Christus, Mohammed kommt, um Licht zu bringen, wenn es trübe und dunkel ist.
Es ist wie beim Verschleiß und dem Löchrigwerden der Autobahn. Kein einzelner Mensch ist dafür verantwortlich. Schuld daran ist die Zeit. Dann kommt jemand vom Staatlichen Straßenbauamt. Das Straßenbauamt versucht nicht, einzelne Personen für den Ver schleiß und das Löchrigwerden der Autobahn verantwortlich zu machen. Es fängt vielmehr mit den Ausbesserungsarbeiten an. Das ganze Straßenbauamt muß dabei zusammenarbeiten, um die Ausbes serungsarbeiten durchzuführen. Einzelne Persönlichkeiten spielen dabei keine große Rolle.
Nun erklärt die Philosophie:
Glückseligkeit ist allgegenwärtig —
Die Religionen lehren:
Gott ist ein barmherziger Vater —
Die Wissenschaft behauptet: Der Mensch besitzt das am meisten verfeinerte, am meisten entwickelte Gehirn, weit mehr als irgendein Tier.
Wozu dient dieses entwickelte Gehirn?
Damit sich die Allgegenwärtige Glückseligkeit in dem am meisten entwickelten Gehirn verwirklichen kann.
Durch welche Fähigkeit unterscheidet sich der Mensch von anderen Wesen?
Durch seine Fähigkeit, b e w u ß t zu leben. Es ist die Befähigung des menschlichen Gehirns zu kosmischem Bewußtsein —. Diese Fähigkeit haben die Tiere nicht.
Was ist kosmisches Bewußtsein?
Kosmisches Bewußtsein bedeutet den Zustand, in dem der Mensch menschlich u n d g ö t t l i c h zugleich ist, vollkommen körperlich und vollkommen geistig zugleich ist, die an Raum und Zeit gebun denen Dinge erlebt und gleichzeitig in das EWIGE SEIN eintaucht — dann lebt der Geist in kosmischem Bewußtsein.
Kosmisches Bewußtsein ist der Zustand, der a l l e s e i n s c h l i e ß t: der vollkommene Zustand der transzendentalen Göttlichkeit ist das eine Extrem, der vollkommene Zustand der materiellen Erfahrung ist das andere Extrem. Kosmisches Bewußtsein be deutet, diese beiden Extreme zu verbinden, zu vereinigen.
Diese beiden Extreme und alle Zwischenstufen zu leben ist nur dem Menschen möglich. Aber es ist für j e d e n möglich, der als Mensch geboren wurde. Jeder Einzelne besitzt diese Möglichkeit.
Auf welche Weise hilft nun die Meditation, um in diesen göttlichen Zustand zu gelangen und dennoch gleichzeitig ein Erdenmensch zu bleiben? Wie wird dies durch diese Meditation erreicht, von der man sagt, daß sie einfach und leicht sei?
Es ist nun unsere Aufgabe herauszufinden, wie man höchste Dinge in den Griff bekommen kann.
Wir gingen davon aus, daß Gott allgegenwärtig ist — das Königreich des Himmels in uns. Unser Geist ist immer darauf aus, zu diesem Zustand zu gelangen. Daher ist es leicht. Wenn das Allgegenwärtige und der Geist den Wunsch haben, sich zu freuen, warum freuen sie sich nicht allezeit?
Wenn Wasser nichts anderes ist als Wasserstoff und Sauerstoff — warum sind diese Gase im Wasser nicht erfahrbar? Ihre gasförmige Eigenschaft hat sich im Wasser verändert — sie wurden flüssig. In ähnlicher Weise wird angenommen, daß Eis nichts weiter als Was ser ist. Aber die Eigenschaften des Eises sind verschieden von denen des Wassers.
Die moderne Wissenschaft lehrt uns, daß Elektronen und Proto nen zu Wasserstoff und Sauerstoff werden, daß diese Gase zu Was ser werden, daß dieses Wasser zu Eis wird. Es sind alles verschie dene Zustände ein und desselben. Alle Materie ist nichts anderes als formlose Energie. Ihr seid Energie, ich bin Energie.
Die indische Philosophie erklärt, daß elektronischprotonische Energie nichts anderes ist als das F e u e rElement, dessen Energie auf dem LuftElement beruht. Das AkashaElement ist, wie man sagt, die Ursache des Feuer und LuftElementes. Das ganze Universum ist nichts anderes als eine Manifestation dieses Akasha Elementes. Das ist der Schöpfungsgang der materiellen oder objektiven Welt.
Aber es gibt auch noch eine subjektive Welt. Derjenige, der erfährt, der Geist, findet seine Ursache im Raumtattwa (RaumElement). Feiner als dieses ist das Akashatattwa (ÄtherElement). Die Ursache für das Akashatattwa ist das Ahamtattwa (IchElement). Feiner als dieses ist das Mahatattwa, aus dem der entschlossene Geist (Wille) besteht. Feiner als dieses ist das Prakrititattwa, feiner als dieses ist das Brahmantattwa. So führt die Untersuchung vom Feinen ins Feinere und Feinste und findet als letzte Ursache das, was jenseits der Relativität liegt — das Absolute.
Nur das Element, das jenseits des ganzen Bereichs der Relativität liegt, kann die letzte Ursache der Schöpfung sein und das ist die Absolute GlückseligkeitsBewußtheit, die alles durchdringt. Alles ist ihre Manifestation. Alles, was allgegenwärtig ist, muß absolut, muß transzendental sein.
Warum wird die Natur der Absoluten GlückseligkeitsBewußtheit nicht von allen erfahren?
Warum erfahren wir nicht die elektronischprotonische Energie? Weil wir uns von den verschiedenen Manifestationen dieser Energie fesseln lassen. Wenn wir die elektronischprotonische Energie im Eis erfahren wollen, so können wir dies tun, müssen aber zu den feine ren Zuständen — Wasser, Gas . . . übergehen. Die Augen vermitteln nicht die Erfahrung der Energie, nur die ihrer festen Form. Das gleiche gilt vom Tastsinn. Er enthüllt nicht die N a t u r des Eises, sondern lediglich seine F o r m.
So erfahren wir durch die Sinne nur die grobe Schöpfung. Sie vermitteln uns lediglich die Freude an dem grobstofflichen Universum, an der groben Manifestation der Schöpfung.
Wenn die Form kleiner wird, können unsere Augen sie nicht sehen. Einen feineren Duft kann unsere Nase nicht riechen. Wir erfahren durch die Sinne nur den gröberen Bereich, während wir den feineren nicht erfahren. Die Sinne können feinere Zustände nicht erfahren. Das bedeutet aber nicht, daß wir feinere Zustände über haupt nicht erfahren könnten.
Meditation ist ein Erfahrungsweg, auf dem wir sie nicht nur erfahren, sondern es uns möglich wird, sie zu sein, sie zu leben.
Nehmen wir ein Beispiel. Wir sehen die Blume. Dann schließen wir die Augen. Wir sehen die Blume nicht mehr. Aber dann öffnen wir das geistige Auge und sehen die Blume wieder. Oder wir sehen eine Zitrone. Wir berühren sie nicht mit der Zunge, doch läßt der geistige Geschmackssinn uns das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Die Sinne reichen nicht bis zu dem feinsten Zustand hin, doch benützen wir noch nicht einmal ihre feineren Fähigkeiten. Dement sprechend ist unser Erfahrungsmechanismus verrostet Wir gehen nun hin und schaffen eine Situation, um den Geist die feineren und feinsten Zustände bis zum Transzendieren (Überschreiten der Grenze von Raum und Zeit) erleben zu lassen. Dabei werden die latenten, uns bisher unbekannten Fähigkeiten entfaltet, so wie die tieferen Wasser schichten, die bisher nicht bewegt wurden, beim Eintauchen ins Was ser in Bewegung geraten. Das kann man an der Oberfläche beobach ten, da die Wellen größer und stärker werden. So ist es auch, wenn das Unbewußte aufgerührt wird — dann wird das Bewußtsein mächtiger. Alle unbewußten Schichten werden so aufgerührt, bis sie bewußt werden, damit im Geist nichts unbewußt bleibt.
In diesem Vorgang liegt keinerlei Mystizismus, sondern er ist logisch, wissenschaftlich und der praktischen Erfahrung zugänglich. Er erfüllt sowohl den Zweck der Religion wie den der Philosophie. Er macht den Menschen weiser und fähig, mehr zu leisten; er ver vollständigt ihn sowohl im gefühlsmäßigen wie im intellektuellen Bereich; er macht den Menschen schöpferischer.
Unser Zeitalter hat die Aufgabe, den Raum zu erforschen. Die Satelliten dienen zur Erforschung des äußeren Raumes. Die Medita tion ist ein Satellit zur Erforschung des inneren Raumes. Wir befin den uns daher in vollständiger Übereinstimmung mit den Tendenzen unserer Zeit. Wir leben im Zeitalter des Raketenantriebs. Alles geht schnell — schnell. Aber dieses MeditationsSystem mit Raketenan trieb ist nichts Neues. Es ist ganz natürlich, daß der Geist zu dem Bereich größeren Glücks geht. Der Raketenflug wird spontan unter nommen. Was ist das Neue?
Der Geist ist an NonStopFlüge nach außen gewöhnt. Warum sollte es nicht auch nach innen gehen? Das ist ebenso natürlich wie zum Bereich größeren Glücks zu gehen.
Es ist falsch, anzunehmen, daß so viele Bindungen bestünden. Es ist falsch, zu meinen, daß der Geist umherirrt von einem Punkt in der Welt zum anderen und daß diese Punkte eine Anziehungskraft besäßen. Der Geist wandert nicht, weil er vom nächsten kleinen Anziehungspunkt angezogen würde, sondern vielmehr weil er vom ersten Ort abgestoßen wird. Der Geist wandert nicht, weil es etwa die Natur des Geistes wäre, zu wandern, sondern weil er sich in Glückseligkeit niederlassen möchte. Der Geist ist kein Affe, der kon trolliert werden müßte, was lange Zeit dauern würde.
Wenn ein König auf der Veranda auf und ab wandert, dann ist es irrig zu glauben, daß das Wandern die Natur des Königs ausmache. Wenn unser Geist eine lange Zeit gewandert ist, dann fühlt er sich elend. Das beweist, daß Wandern n i c h t das Wesen des Geistes ausmacht.
Die Vorstellung von dem wandernden Geist und von Praktiken, die eine lange Zeit benötigen, um ihn zu kontrollieren, ist heute überholt. Wenn der Geist wandert, so führen wir ihn zu einem Ort, wo er zufriedengestellt wird, und dort wird er ausruhen.
So machen wir den Bereich der Absoluten Glückseligkeit ausfindig, um alle Spannungen in der Welt zu lösen. Diese Meditation ist ein unmittelbar wirkendes Mittel, um allen Spannungen und damit den psychosomatischen Krankheiten ein Ende zu bereiten.
Es ist so selbstverständlich geworden, zu leiden, daß es so aussieht, als ob es kein Leben gäbe, wo kein Kampf, kein Leiden besteht. Nein — nein —. Wenn wir leben, um im Namen Gottes zu leiden, dann brauchen wir Ihn nicht. Er sollte barmherzig, nicht grausam sein.
Denkt an die Autobahn und an ihren Verschleiß und ihr Löchrig werden, und an alle die Wagen, die holpern und schleudern. Was wäre das für eine Regierung, die anfinge ein Loblied zu singen über die Herrlichkeit dieses Holperns und Schleuderns? Nein!
Es wird nicht mehr lange dauern und die Religion wird wieder ins Lot kommen. Dann wird sie das bringen, wofür sie bestimmt ist. Leiden wird nicht mehr benötigt. Zumindest nimmt der gesunde Menschenverstand das nicht an. Wenn die Religion lehrt, daß es schwer zu erreichen sei, das Allgegenwärtige, dann fragt: was ist allgegenwärtig? Wenn es Glückseligkeit ist — warum sollte es schwierig sein, sie zu erreichen? Dadurch wird nur eine Kluft geschaffen zwischen dem inneren und dem äußeren Leben.
Denkt an eine grüne Pflanze. Ein Teil an ihr ist unsichtbar, das ist die Wurzel. Und ein Teil ist sichtbar, das ist der obere Teil. In der gleichen Weise ist die innere Schicht geistig, die äußere manifestiert. Da besteht keine Kluft dazwischen. Um die Pflanze grün zu halten, müßt Ihr nur die Wurzel begießen. Wenn Ihr regelmäßig morgens und abends gießt, dann werden keine Verfallserscheinungen sichtbar werden, sondern es kommt die volle Kraft des Geistes zum Vor schein. Einige wenige Minuten Meditation am Morgen und am Abend — fügt sie in Euer Tagesprogramm ein. Das ist die Grundlage und die Lehre der GEISTIGEN ERNEUERUNGSBEWEGUNG.
Kein Kontrollieren des Geistes, sondern ein Zufriedenstellen des Geistes — der Weg ist individuell, aber das Ergebnis ist universell. Nationale und internationale Spannungen, alle sind sie das Ergebnis von individuellen Spannungen. Wenn der individuelle Geist zu Frieden und Harmonie und Glückseligkeit geführt wird, dann wird Frieden und Harmonie überall in der Welt herrschen.
Die große Hast im modernen Leben ist nicht der Grund für die Zunahme der Spannungen. Leben soll schnell sein, nicht schwerfällig, doch ist eine innere Stabilität notwendig. Meditation vermittelt sie und gleicht das innere und äußere Leben aus und verstärkt beides.
Auf diese Weise erweist sich die Lehre als vollkommen und die Verwendung als praktisch. Aus diesem Grunde verbreitet sich die Geistige Erneuerungswebegung auch sehr schnell über alle Länder der Erde.
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Alle Rechte bei
Geistige Erneuerungsbewegung SRM Deutschland e. V.
(oder) Nichts ist so leicht wie Glücklichsein
Vortrag von MAHARISHI MAHESH YOGI
gehalten am 22. März 1961 auf der Deutschen Tagung des Ersten Weltkongresses der S. R.M. — Geistigen Erneuerungsbewegung in Bonn am Rhein.
.Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in Euch"
(Lucas 17,21)
Wenn wir in der Vergangenheit gelitten haben — laßt es uns vergessen. Laßt uns die Gegenwart nicht durch die Vergangenheit erschlagen. Die Meditation sichert uns Frieden und Glück in der Gegenwart und in der Zukunft, für alle Zeiten.
Solange wir nicht mit der Quelle allen Friedens verbunden sind, müssen wir leiden. Die Meditation jedoch verbindet uns bewußt mit der Quelle der Glückseligkeit. Die Veden lehren: Glückseligkeit bin ich und Glückseligkeit bist du. In der Bibel heißt es: Das Königreich des Himmels ist inwendig in euch. Nach diesen alten Lehren scheint es keinen Grund für das Leiden zu geben. Ein Millionär braucht nicht Armut zu leiden. Er wird geboren, um zu genießen. Der Sohn des Allmächtigen, Gnadenreichen Vaters wird geboren, um sich zu erfreuen, nicht um zu leiden. Der gesunde Menschenverstand weigert sich anzunehmen, daß die Menschen geboren werden, um zu leiden.
Wenn ein Fisch in einem See durstig ist, so muß er trinken. Er hat dazu keine Vorbereitung nötig, er braucht keinen Unterricht — er muß nur sein Maul aufmachen. Wenn der Fisch sein Maul nicht öffnet, dann muß man ihm nur einfach sagen, daß er es aufmachen soll.
Die GEISTIGE ERNEUERUNGSBEWEGUNG wurde gegründet, um den Menschen mitzuteilen, wie sie es anfangen sollen, den Nektar der Seele zu trinken. Es ist dabei nicht notwendig, die Ursache des Leidens zu beseitigen, sondern man muß nur anfangen, sich zu freuen.
Wenn Ihr Licht in einen dunklen Raum bringen wollt, so versucht nicht, zuerst die Dunkelheit herauszuschaffen, sondern bringt Licht hinein. Es ist nicht so, daß es nicht licht drinnen wäre, weil die Dunkelheit da ist, sondern vielmehr weil das Licht fehlt.
Die Meditation ist eine Technik, die es dem Menschen möglich macht, zu genießen. Wenn die indische Philosophie Recht hat und die Behauptung des Yoga und Vedanta richtig ist, dann sollte es keinerlei Zeit kosten, mit dem Genießen anzufangen, dann sollte man sich unmittelbar an der Glückseligkeit, die allgegenwärtig ist, erfreuen können. Wenn es lange Zeit brauchte, um das Allgegenwärtige zu erfahren — an was sollte man dann Freude finden? Freude zu erleben ist einfacher als eine Blume anzuschauen. Zwischen Auge und Blume können hundert Vorhänge sein. Aber um die Herrlichkeit des Allgegenwärtigen zu genießen — da gibt es keine Entfernung zwischen der Freude und dem, der sich freut.
Die Bhagavad Gita sagt: Kein Hindernis, kein Vorhang, keine Entfernung ist zwischen dem Allgegenwärtigen und der Glückesligkeit Du hast die Natur des Allgegenwärtigen, Glückseligen Göttlichen innen, außen, rechts und links, vor Dir und hinter Dir, allüberall — fange nur an, Dich daran zu erfreuen.
Sollte das nicht jedermann können, so bietet die GEISTIGE ERNEUERUNGSBEWEGUNG eine Technik, um die Freude zu erleben. Wenn sich ein Schatz in unserem Hause befindet und wir uns arm fühlen, so brauchen wir nur zu dem Schatz hinzugehen und die Hände mit Gold zu füllen. In dieser Weise ist die Meditation ein Weg, der uns zu der Quelle von Kraft und Glückseligkeit führt, indem unsere Aufmerksamkeit zu jenem Bereich gelenkt wird, wo Friede und Kraft ohne Grenzen sind.
Auch in den Ländern des Westens gibt es eine „Kommunion" in der Stille, eine Vereinigung in der Stille. Die Technik, die von der GEISTIGEN ERNEUERUNGSBEWEGUNG gelehrt wird, führt zu einer erfolgreichen Vereinigung. Genau so, wie schon der erste Sonnenstrahl ausreicht, um die Dunkelheit der Nacht zu vertreiben, so genügt auch schon ein verstohlener Blick ins „Königreich des Himmels in uns", um unser Leiden zu überwinden. Die Meditation führt zu einer Vereinigung mit Gott, zu einer Verwirklichung Got tes. Dies ist nichts Neues.
Neu aber ist, daß die GEISTIGE ERNEUERUNGSBEWEGUNG erklärt, daß es für jedermann l e i c h t sei, sich zu freuen. Überall wird behauptet, es sei schwierig, ins Himmelreich einzugehen. Im Gegensatz zu dieser tief eingewurzelten Vorstellung erklärt die GEISTIGE ERNEUERUNGSBEWEGUNG: es ist l e i c h t.
Der Leitgedanke ist dabei einfach: ES KANN NUR LEICHT SEIN, weil die Natur des Göttlichen Glückseligkeit ist und weil der Geist von sich aus, spontan, zu dem Bereich größeren Glücks geht.
Es besteht keine Entfernung zwischen Geist und Wirklichkeit, weil die Wirklichkeit allgegenwärtig ist, weil die Wirklichkeit voller Glückseligkeit ist. Diese Allgegenwart und Glückseligkeit will der Geist genießen. Es ist natürlich, daß der Geist sich erfreuen will. Das ist eine ganz natürliche Sache. Deshalb kann der gesunde Menschenverstand auch nicht annehmen, daß es schwer sein soll.
Wer ist dafür verantwortlich, daß die Vorstellung aufkam, es sei schwierig, das Ziel der Meditation zu erreichen? Niemand ist dafür verantwortlich. Die Z e i t ist dafür verantwortlich. In langen Zeiträumen wird der Erlösungsweg für alle Menschen vorbereitet. Dann wird er verwischt, verschwommen und mehr und mehr verfälscht, bis er wieder erneuert wird. Wo Verwirrung vorherrscht, versucht die Natur auszugleichen. Ein Krishna, Buddha, Christus, Mohammed kommt, um Licht zu bringen, wenn es trübe und dunkel ist.
Es ist wie beim Verschleiß und dem Löchrigwerden der Autobahn. Kein einzelner Mensch ist dafür verantwortlich. Schuld daran ist die Zeit. Dann kommt jemand vom Staatlichen Straßenbauamt. Das Straßenbauamt versucht nicht, einzelne Personen für den Ver schleiß und das Löchrigwerden der Autobahn verantwortlich zu machen. Es fängt vielmehr mit den Ausbesserungsarbeiten an. Das ganze Straßenbauamt muß dabei zusammenarbeiten, um die Ausbes serungsarbeiten durchzuführen. Einzelne Persönlichkeiten spielen dabei keine große Rolle.
Nun erklärt die Philosophie:
Glückseligkeit ist allgegenwärtig —
Die Religionen lehren:
Gott ist ein barmherziger Vater —
Die Wissenschaft behauptet: Der Mensch besitzt das am meisten verfeinerte, am meisten entwickelte Gehirn, weit mehr als irgendein Tier.
Wozu dient dieses entwickelte Gehirn?
Damit sich die Allgegenwärtige Glückseligkeit in dem am meisten entwickelten Gehirn verwirklichen kann.
Durch welche Fähigkeit unterscheidet sich der Mensch von anderen Wesen?
Durch seine Fähigkeit, b e w u ß t zu leben. Es ist die Befähigung des menschlichen Gehirns zu kosmischem Bewußtsein —. Diese Fähigkeit haben die Tiere nicht.
Was ist kosmisches Bewußtsein?
Kosmisches Bewußtsein bedeutet den Zustand, in dem der Mensch menschlich u n d g ö t t l i c h zugleich ist, vollkommen körperlich und vollkommen geistig zugleich ist, die an Raum und Zeit gebun denen Dinge erlebt und gleichzeitig in das EWIGE SEIN eintaucht — dann lebt der Geist in kosmischem Bewußtsein.
Kosmisches Bewußtsein ist der Zustand, der a l l e s e i n s c h l i e ß t: der vollkommene Zustand der transzendentalen Göttlichkeit ist das eine Extrem, der vollkommene Zustand der materiellen Erfahrung ist das andere Extrem. Kosmisches Bewußtsein be deutet, diese beiden Extreme zu verbinden, zu vereinigen.
Diese beiden Extreme und alle Zwischenstufen zu leben ist nur dem Menschen möglich. Aber es ist für j e d e n möglich, der als Mensch geboren wurde. Jeder Einzelne besitzt diese Möglichkeit.
Auf welche Weise hilft nun die Meditation, um in diesen göttlichen Zustand zu gelangen und dennoch gleichzeitig ein Erdenmensch zu bleiben? Wie wird dies durch diese Meditation erreicht, von der man sagt, daß sie einfach und leicht sei?
Es ist nun unsere Aufgabe herauszufinden, wie man höchste Dinge in den Griff bekommen kann.
Wir gingen davon aus, daß Gott allgegenwärtig ist — das Königreich des Himmels in uns. Unser Geist ist immer darauf aus, zu diesem Zustand zu gelangen. Daher ist es leicht. Wenn das Allgegenwärtige und der Geist den Wunsch haben, sich zu freuen, warum freuen sie sich nicht allezeit?
Wenn Wasser nichts anderes ist als Wasserstoff und Sauerstoff — warum sind diese Gase im Wasser nicht erfahrbar? Ihre gasförmige Eigenschaft hat sich im Wasser verändert — sie wurden flüssig. In ähnlicher Weise wird angenommen, daß Eis nichts weiter als Was ser ist. Aber die Eigenschaften des Eises sind verschieden von denen des Wassers.
Die moderne Wissenschaft lehrt uns, daß Elektronen und Proto nen zu Wasserstoff und Sauerstoff werden, daß diese Gase zu Was ser werden, daß dieses Wasser zu Eis wird. Es sind alles verschie dene Zustände ein und desselben. Alle Materie ist nichts anderes als formlose Energie. Ihr seid Energie, ich bin Energie.
Die indische Philosophie erklärt, daß elektronischprotonische Energie nichts anderes ist als das F e u e rElement, dessen Energie auf dem LuftElement beruht. Das AkashaElement ist, wie man sagt, die Ursache des Feuer und LuftElementes. Das ganze Universum ist nichts anderes als eine Manifestation dieses Akasha Elementes. Das ist der Schöpfungsgang der materiellen oder objektiven Welt.
Aber es gibt auch noch eine subjektive Welt. Derjenige, der erfährt, der Geist, findet seine Ursache im Raumtattwa (RaumElement). Feiner als dieses ist das Akashatattwa (ÄtherElement). Die Ursache für das Akashatattwa ist das Ahamtattwa (IchElement). Feiner als dieses ist das Mahatattwa, aus dem der entschlossene Geist (Wille) besteht. Feiner als dieses ist das Prakrititattwa, feiner als dieses ist das Brahmantattwa. So führt die Untersuchung vom Feinen ins Feinere und Feinste und findet als letzte Ursache das, was jenseits der Relativität liegt — das Absolute.
Nur das Element, das jenseits des ganzen Bereichs der Relativität liegt, kann die letzte Ursache der Schöpfung sein und das ist die Absolute GlückseligkeitsBewußtheit, die alles durchdringt. Alles ist ihre Manifestation. Alles, was allgegenwärtig ist, muß absolut, muß transzendental sein.
Warum wird die Natur der Absoluten GlückseligkeitsBewußtheit nicht von allen erfahren?
Warum erfahren wir nicht die elektronischprotonische Energie? Weil wir uns von den verschiedenen Manifestationen dieser Energie fesseln lassen. Wenn wir die elektronischprotonische Energie im Eis erfahren wollen, so können wir dies tun, müssen aber zu den feine ren Zuständen — Wasser, Gas . . . übergehen. Die Augen vermitteln nicht die Erfahrung der Energie, nur die ihrer festen Form. Das gleiche gilt vom Tastsinn. Er enthüllt nicht die N a t u r des Eises, sondern lediglich seine F o r m.
So erfahren wir durch die Sinne nur die grobe Schöpfung. Sie vermitteln uns lediglich die Freude an dem grobstofflichen Universum, an der groben Manifestation der Schöpfung.
Wenn die Form kleiner wird, können unsere Augen sie nicht sehen. Einen feineren Duft kann unsere Nase nicht riechen. Wir erfahren durch die Sinne nur den gröberen Bereich, während wir den feineren nicht erfahren. Die Sinne können feinere Zustände nicht erfahren. Das bedeutet aber nicht, daß wir feinere Zustände über haupt nicht erfahren könnten.
Meditation ist ein Erfahrungsweg, auf dem wir sie nicht nur erfahren, sondern es uns möglich wird, sie zu sein, sie zu leben.
Nehmen wir ein Beispiel. Wir sehen die Blume. Dann schließen wir die Augen. Wir sehen die Blume nicht mehr. Aber dann öffnen wir das geistige Auge und sehen die Blume wieder. Oder wir sehen eine Zitrone. Wir berühren sie nicht mit der Zunge, doch läßt der geistige Geschmackssinn uns das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Die Sinne reichen nicht bis zu dem feinsten Zustand hin, doch benützen wir noch nicht einmal ihre feineren Fähigkeiten. Dement sprechend ist unser Erfahrungsmechanismus verrostet Wir gehen nun hin und schaffen eine Situation, um den Geist die feineren und feinsten Zustände bis zum Transzendieren (Überschreiten der Grenze von Raum und Zeit) erleben zu lassen. Dabei werden die latenten, uns bisher unbekannten Fähigkeiten entfaltet, so wie die tieferen Wasser schichten, die bisher nicht bewegt wurden, beim Eintauchen ins Was ser in Bewegung geraten. Das kann man an der Oberfläche beobach ten, da die Wellen größer und stärker werden. So ist es auch, wenn das Unbewußte aufgerührt wird — dann wird das Bewußtsein mächtiger. Alle unbewußten Schichten werden so aufgerührt, bis sie bewußt werden, damit im Geist nichts unbewußt bleibt.
In diesem Vorgang liegt keinerlei Mystizismus, sondern er ist logisch, wissenschaftlich und der praktischen Erfahrung zugänglich. Er erfüllt sowohl den Zweck der Religion wie den der Philosophie. Er macht den Menschen weiser und fähig, mehr zu leisten; er ver vollständigt ihn sowohl im gefühlsmäßigen wie im intellektuellen Bereich; er macht den Menschen schöpferischer.
Unser Zeitalter hat die Aufgabe, den Raum zu erforschen. Die Satelliten dienen zur Erforschung des äußeren Raumes. Die Medita tion ist ein Satellit zur Erforschung des inneren Raumes. Wir befin den uns daher in vollständiger Übereinstimmung mit den Tendenzen unserer Zeit. Wir leben im Zeitalter des Raketenantriebs. Alles geht schnell — schnell. Aber dieses MeditationsSystem mit Raketenan trieb ist nichts Neues. Es ist ganz natürlich, daß der Geist zu dem Bereich größeren Glücks geht. Der Raketenflug wird spontan unter nommen. Was ist das Neue?
Der Geist ist an NonStopFlüge nach außen gewöhnt. Warum sollte es nicht auch nach innen gehen? Das ist ebenso natürlich wie zum Bereich größeren Glücks zu gehen.
Es ist falsch, anzunehmen, daß so viele Bindungen bestünden. Es ist falsch, zu meinen, daß der Geist umherirrt von einem Punkt in der Welt zum anderen und daß diese Punkte eine Anziehungskraft besäßen. Der Geist wandert nicht, weil er vom nächsten kleinen Anziehungspunkt angezogen würde, sondern vielmehr weil er vom ersten Ort abgestoßen wird. Der Geist wandert nicht, weil es etwa die Natur des Geistes wäre, zu wandern, sondern weil er sich in Glückseligkeit niederlassen möchte. Der Geist ist kein Affe, der kon trolliert werden müßte, was lange Zeit dauern würde.
Wenn ein König auf der Veranda auf und ab wandert, dann ist es irrig zu glauben, daß das Wandern die Natur des Königs ausmache. Wenn unser Geist eine lange Zeit gewandert ist, dann fühlt er sich elend. Das beweist, daß Wandern n i c h t das Wesen des Geistes ausmacht.
Die Vorstellung von dem wandernden Geist und von Praktiken, die eine lange Zeit benötigen, um ihn zu kontrollieren, ist heute überholt. Wenn der Geist wandert, so führen wir ihn zu einem Ort, wo er zufriedengestellt wird, und dort wird er ausruhen.
So machen wir den Bereich der Absoluten Glückseligkeit ausfindig, um alle Spannungen in der Welt zu lösen. Diese Meditation ist ein unmittelbar wirkendes Mittel, um allen Spannungen und damit den psychosomatischen Krankheiten ein Ende zu bereiten.
Es ist so selbstverständlich geworden, zu leiden, daß es so aussieht, als ob es kein Leben gäbe, wo kein Kampf, kein Leiden besteht. Nein — nein —. Wenn wir leben, um im Namen Gottes zu leiden, dann brauchen wir Ihn nicht. Er sollte barmherzig, nicht grausam sein.
Denkt an die Autobahn und an ihren Verschleiß und ihr Löchrig werden, und an alle die Wagen, die holpern und schleudern. Was wäre das für eine Regierung, die anfinge ein Loblied zu singen über die Herrlichkeit dieses Holperns und Schleuderns? Nein!
Es wird nicht mehr lange dauern und die Religion wird wieder ins Lot kommen. Dann wird sie das bringen, wofür sie bestimmt ist. Leiden wird nicht mehr benötigt. Zumindest nimmt der gesunde Menschenverstand das nicht an. Wenn die Religion lehrt, daß es schwer zu erreichen sei, das Allgegenwärtige, dann fragt: was ist allgegenwärtig? Wenn es Glückseligkeit ist — warum sollte es schwierig sein, sie zu erreichen? Dadurch wird nur eine Kluft geschaffen zwischen dem inneren und dem äußeren Leben.
Denkt an eine grüne Pflanze. Ein Teil an ihr ist unsichtbar, das ist die Wurzel. Und ein Teil ist sichtbar, das ist der obere Teil. In der gleichen Weise ist die innere Schicht geistig, die äußere manifestiert. Da besteht keine Kluft dazwischen. Um die Pflanze grün zu halten, müßt Ihr nur die Wurzel begießen. Wenn Ihr regelmäßig morgens und abends gießt, dann werden keine Verfallserscheinungen sichtbar werden, sondern es kommt die volle Kraft des Geistes zum Vor schein. Einige wenige Minuten Meditation am Morgen und am Abend — fügt sie in Euer Tagesprogramm ein. Das ist die Grundlage und die Lehre der GEISTIGEN ERNEUERUNGSBEWEGUNG.
Kein Kontrollieren des Geistes, sondern ein Zufriedenstellen des Geistes — der Weg ist individuell, aber das Ergebnis ist universell. Nationale und internationale Spannungen, alle sind sie das Ergebnis von individuellen Spannungen. Wenn der individuelle Geist zu Frieden und Harmonie und Glückseligkeit geführt wird, dann wird Frieden und Harmonie überall in der Welt herrschen.
Die große Hast im modernen Leben ist nicht der Grund für die Zunahme der Spannungen. Leben soll schnell sein, nicht schwerfällig, doch ist eine innere Stabilität notwendig. Meditation vermittelt sie und gleicht das innere und äußere Leben aus und verstärkt beides.
Auf diese Weise erweist sich die Lehre als vollkommen und die Verwendung als praktisch. Aus diesem Grunde verbreitet sich die Geistige Erneuerungswebegung auch sehr schnell über alle Länder der Erde.
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