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Bauantrag für Berliner Turm der Unbesiegbarkeit und Universität

2009/01/11 04:23
Pressemeldung von:
Berliner Morgenpost
Turm der Unbesiegbarkeit, wie er in weißem Marmor in Berlin gebaut werden soll
Die Berliner Morgenpost schreibt am Mittwoch, den 9. Januar 2008, unter der Überschrift: "Yogieflieger stellen Bauantrag für Teufelsberg" folgendes:

Die Maharishi-Weltfriedens-Stiftung will, wie berichtet, auf dem Plateau eine Universität errichten. Noch in dieser Woche soll der Bauantrag beim Bezirksamt eingereicht werden.

Das rund fünf Hektar große Grundstück in 115 Metern Höhe mitten im Grunewald hat die Stiftung nach eigener Auskunft vom Voreigentümer IGTB kürzlich erworben - unter dem Vorbehalt der Baugenehmigung.

LEHRSTÄTTE FÜR 1000 STUDENTEN

Wie Meditationsguru Raja (Fürst) Emanuel Schiffgens sagte, stammen die Baupläne von Eike Hartmann. Der Architekt ist Mitglied der Stiftung und hat einen 50 Meter hohen "Turm der Unbesiegbarkeit" entworfen. Insgesamt werde die Anlage 24.000 Quadratmeter Nutzfläche bieten. 1000 Studenten sollen sich hier laut Schiffgens der Transzendentalen Meditation widmen, von Professoren aus der ganzen Welt unterrichtet werden und yogisches Fliegen erlernen. Durch Letzteres, so die Heilslehre der Organisation, werde das kollektive Bewusstsein positiv gestärkt. Sogar auf die Wirtschaft werde es günstige Effekte geben, wenn der Teufelsberg Heimstätte von 1000 Maharishi-Anhängern werde, verspricht Schiffgens.

Wie berichtet, hatten der Hollywood-Regisseur David Lynch, Schiffgens und Anhänger der Organisation im vergangenen November in einer nächtlichen Aktion auf dem Teufelsberg bereits den Grundstein zu dem Bauvorhaben gelegt. "Wir saßen vorher in der Präsidentensuite im Adlon. David Lynch hatte am Tag zuvor in einem Stadtpark in Wien den Grundstein für eine unserer Universitäten gelegt und fragte, wo er ihn denn in Berlin legen könne", berichtet Schiffgens. Da sei das zum Verkauf stehende Grundstück auf dem Teufelsberg gerade recht gekommen.

DIE BEATLES UND DAVID LYNCH GEHÖREN ZU DEN ANHÄNGERN

Lynch und Schiffgens gehören zur Gruppe um den Maharishi Mahesh Yogi, zu dem einst die Beatles pilgerten und der seit 15 Jahren in Holland lebt. Er wird von den Jüngern der Stiftung als führender Wissenschaftler im Bereich der Bewusstseinsforschung und -entfaltung und als der größte Lehrer der Gegenwart angesehen. Schiffgens: "Wir sind eine gemeinnützige Einrichtung und haben einen wissenschaftlichen Anspruch."

Unabhängig davon dürfte die Realisierung des Bauprojekts schwierig werden. Planungsrechtlich handelt es sich bei dem Areal um Wald. "Und es gibt nicht den Hauch einer Notwendigkeit, für solch eine Einrichtung Baurecht zu schaffen", sagte Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU).

Das sieht Schiffgens anders. Für "privilegierte Baumaßnahmen" wie diese Universität halte das Baurecht Ausnahmen bereit. Schließlich würden mit der Universität nationale, übergeordnete Interessen berührt. Notfalls werde er mit dem Regierenden Bürgermeister sprechen, damit er Einfluss nimmt. Schiffgens (58), der seit 40 Jahren Meditationslehrer ist und seinen "Amtssitz" in Hannover hat, kann sich den Turm auch als Denkmal für die Einheit vorstellen. Schließlich habe der Bundestagspräsident als Denkmal-Standort zur Erinnerung an die friedliche Revolution von 1989 in Ostdeutschland Berlin vorgeschlagen, argumentiert er.

Quelle:
http://www.morgenpost.de/bezirke/charlottenburg-wilmersdorf/article701638/Yogieflieger_stellen_Bauantrag_fuer_Teufelsberg.html

Kontakt:
web: http://morgenpost.de